Collage aus Teilen der Kostüme mit dem Text "raus! aus der Höhle"

Raus aus der Höhle! Partizipative Theaterserie über das gute Leben, die Liebe und die Gerechtigkeit.

Unser Projekt bei dem Theater und Philosophie Hand in Hand gehen, nimmt das Format der Serie auf und schafft einen partizipativen Zugang zu zentralen Begriffen platonischer Kernthemen. Unser Ausgangspunkt: die Fragen, die Platon durch seinen Protagonisten Sokrates den Menschen damals stellte, können auch heute noch die Lust an der hinterfragenden Argumentation zum Wohle der Gesellschaft anstacheln. Schwerpunkte der Serie sind Themen, die sowohl die Dimension individueller, guter Lebensführung und seelischer Gesundheit als auch die Dimension der Politik und des gesellschaftlichen Handelns betreffen: das gute Leben, die Liebe, unsere Seele, die Gerechtigkeit sowie dialektisches Denken und Prozesse der Erkenntnis.

Sokrates ist bei uns eine Stimme aus der Zukunft

Bei unserem künstlerischen Ansatz ist Platon kein Text aus der Vergangenheit, sondern es sind Gedanken aus der Zukunft. Die Serie spielt einige Zeit nach dem Zusammenbruch und dem Vergessen der uns bekannten Wertesysteme. Wenn die Nachkommen der überlebenden heutigen Menschen versuchen, für sich ethische Werte und eine dialektische Kultur wieder neu zu entdecken, zu entwickeln und zu definieren. Gelebte Wiedererinnerung und Wiedererfindung auf den Ruinen und Müllhaufen der jetzigen Zivilisation.

Der Dialog mit den Zuschauer*innen

Die etwa halbstündigen Dialoge zwischen den Protagonisten auf der Bühne entstammen aus verschiedenen Werken Platons: in erster Linie aus dem „Staat“, aus „Menon“ und aus dem „Symposion“. Sie bilden den Ausgangspunkt für das anschließende Gespräch und die Interaktion mit den Zuschauer*innen. Vorbildlich haben wir hier einen Dialog mit den Zuschauer*Innen im Verständnis von David Bohm im Sinn: als ein „offenes Gespräch am Ende der Diskussion“. Offen im wahrsten Sinne des Wortes. Wir sind neugierig auf die Fragen und Gedanken nach dem Heute und Jetzt, zu unseren menschlichen wie gesellschaftlichen Wertvorstellungen sowie zu unserem Umgehen miteinander und mit unserer fragilen Welt.

Es spielen: Sonja Stamm, Bilgehan Vatan und Rainer Pabst

Künstlerische Leitung: Markus Herlyn

Kostümbild: Karina Liutaia

Praktikum: Chiara Petereit

 

Termine: 20.11.21 (Menon. Teil 1), 8.01.22 (Der Staat: Gleichnisse), 5.03.22 (Menon. Teil 2),

9.04.22 (Symposion), 21.05.22 (Menon. Jugendversion)

© Karina Liutaia

Kooperationsprojekt: Warum gerecht sein?
Eine Performance der Wiedersprüche

Projektfoto "Warum gerecht sein?": Schauspielerin in edlem Patchworkkleid

© Alexandra Broneske

In unserer Rhetorik-Performance wird die schärfste Waffe der Macht, DIE REDE, erst zerlegt und dann wieder zusammengesetzt – nur anders!

Special Guests Sokrates und Gorgias

Sokrates ist eingeladen im Haus des Gorgias, sizilianischer Sophist, Erfinder der Rhetorik und ihr Meister. Die Diener haben alles vorbereitet, das Streitgespräch über das Grundwesen der Rhetorik kann beginnen.

Was ist die Rhetorik überhaupt? Ist sie eine Redekunst oder eine sich einschmeichelnde

Verkaufsstrategie? Ganz sicher ist sie eine Kraft, die Gesellschaften, ob Demokratien oder Diktaturen, zu bewegen vermag – bis hin zum Umsturz von Systemen, damals wie heute.  

Und die populistische Praxis der Rhetorik – ist es nicht sie, die Verbrechen zulässt und deren Straffreiheit? 

Sokrates, der Meister der Dialektik, steht dem berühmten politischen Redner und Lehrer der Redekunst zur Seite, untersucht gemeinsam mit ihm und dem Publikum: Was ist der verborgene Kern der Rhetorik? Und welche Bedeutung hat die Gerechtigkeit in der Rhetorik?

 

Der Dialog von Platon öffnet den Weg für ein Theater, in dem die Gerechtigkeit – „Medizin für die Boshaftigkeit der Seele“ – nichts anderes ist als Philosophie, eine lebensbejahende Suche nach Wahrheit. 

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